Bala Hissar (persisch ارگ بالاى حصار, „hohe Zitadelle“) ist eine Zitadelle im Süden der afghanischen Hauptstadt Kabul, die möglicherweise im 6. Jahrhundert n. Chr. von den Hephthaliten gegründet und nachfolgend unter anderem von den Hindu-Shahi (Kabul-Shahi, 9.–11. Jahrhundert) ausgebaut wurde. Sie befindet sich am Ende der Bergkette Kuh-e-Sherdarwaza.
Die Schutzmauern der Festung boten nicht nur Schutz und Behausung für die Herrscherklasse, sie dienten auch als Unterkunft für die Leibgarde, Beamte und das Personal. Die Festung beinhaltete eine Moschee, ein Gefängnis, Kornspeicher und Pferdeställe, wodurch sie in Zeiten von Belagerungen bis zu tausend Menschen beherbergen konnte.
Bala Hissar war Schauplatz erbitterter militärischer Auseinandersetzungen während der Anglo-Afghanischen Kriege (Erster Anglo-Afghanischer Krieg und Zweiter Anglo-Afghanischer Krieg). Die Festung ist seit November 1879 – nach Zerstörung auf Befehl des britischen Generals Frederick Roberts – eine Ruine. Sie war bis dahin 1500 Jahre lang Residenz afghanischer Emire, wobei der letzte Mohammed Yakub Khan war.
Der afghanische Präsident Aschraf Ghani erließ 2018 ein Dekret, wonach Bala Hissar restauriert werden soll. Laut einer Veröffentlichung des Aga Khan Trust for Culture vom Oktober 2020 sollte aus der gesamten Fläche innerhalb von vier Jahren ein archäologischer Park entstehen.
Text übernommen aus „Bala Hissar“ auf Wikipedia, CC BY-SA 4.0.
Bala Hissar steht weltweit auf Platz 858 von 9.079 im Burgen-Bekanntheitsranking des Atlas und Nr. 2 der 12 in Afghanistan verzeichneten. Die Gründung fällt auf um 450: früher als bei 97% der datierten Objekte des Atlas, eines von 37 Atlas-Objekten, die im 5. Jahrhundert gegründet wurden. Die Wikipedia-Artikel dazu wurden in den letzten 60 Tagen 4.594-mal geöffnet, mehr als 85% des Atlas. Im Umkreis von 25 km stehen 4 weitere Objekte des Atlas. Sehen Sie in der Burgen-Statistik, wie Afghanistan abschneidet.
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